Gründerzeit

Fachkräfte suchen, finden und binden

Wer Selbstständige fragt, was die größte Herausforderung im Hotel- und Gastgewerbe ist, hört meist die Antwort: „Es ist schwierig, gutes Personal zu finden.“ Für rund 80 Prozent der Befragten ist der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern der größte Wermutstropfen, so das Ergebnis der METRO Gründerstudie. Bestehende Betriebe und potenzielle Gründer sind gleichermaßen betroffen. Die Ursachen für den Engpass sind vielfältig, eine wichtige Rolle spielt beispielsweise der demografische Wandel. Zudem haben die Berufe im Gastgewerbe ein eher unattraktives Image. Qualifizierter Nachwuchs ist schwer zu finden, der Anteil unbesetzter Ausbildungsplätze ist hoch.

Für rund 80% der Befragten ist der Mangel an qualifizierten Mitarbeitern der größte Wermutstropfen.

Politik und Wirtschaft suchen nach Lösungswegen. Doch was kann jeder einzelne Gastronom tun, um qualifizierte Mitarbeiter zu finden? Es fängt bereits bei der Stellenanzeige an: Gewöhnliche Inserate in der Lokalzeitung reichen heute oft nicht mehr aus. Gefragt ist vielmehr das Active Sourcing, also die Bewerbersuche in Blogs und sozialen Netzwerken wie Facebook. Eine weitere Möglichkeit bieten Onlinekarriereplattformen, die genau auf die Branche zugeschnitten sind. Prominente Beispiele sind Stellenbörsen wie Jobsterne oder das internationale Portal Culinary Agents. Letzteres vermittelt erfolgreich Fachkräfte in den USA und wird nun auch in Europa und Asien aktiv. Die METRO GROUP beteiligt sich seit April 2015 als Gesellschafter an der Onlinejobbörse und unterstützt die weitere Expansion, zunächst in Frankreich und Italien. Culinary Agents erleichtert Gastronomen, Hoteliers und Caterern die Suche nach qualifiziertem Personal und vernetzt Unternehmen und Jobsuchende miteinander.
„Die Rekrutierung über Stellenanzeigen braucht viel Zeit, die viele kleine Betriebe gerade in der Startphase nicht haben“, sagt Manfred Troike. Der Gründerberater empfiehlt, schon im Vorfeld einer Gründung Partner an Bord zu holen, die vom Fach sind und Erfahrung in der Gastronomie haben: „In der Regel ist es immer besser, als Team zu gründen und die anstehenden Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen – vorausgesetzt, die Chemie der Partner stimmt.“ Troike hält zudem eine breite Rückendeckung aus dem Umfeld für einen wichtigen Erfolgsfaktor: „Am besten ist es, wenn Familienmitglieder, Freunde und Kollegen aus dem beruflichen Netzwerk mit anpacken – gerade am Anfang.“

In der Regel ist es immer besser, als das Team zu gründen und die anstehenden Aufgaben auf mehrere Schultern zu verteilen – vorausgesetzt, die Chemie stimmt.

Für bereits etablierte Gastronomiebetriebe gilt als weitere Option: über den Tellerrand hinausblicken. Wie wäre es, einen Mitarbeiter aus dem Ausland einzustellen? Oder eine Fachkraft der Generation 50 plus? Oder einen Menschen mit Behinderung? Experten empfehlen, auf Vielfalt zu setzen. Denn bunt zusammengesetzte Belegschaften bieten einen reichen Fundus an Wissen, Erfahrungen und Perspektiven – und damit eine mögliche Quelle für mehr Kreativität und innovative Ideen. Wer neue Wege wagt, erhält häufig Förderung: Beispielsweise sind sogenannte Eingliederungszuschüsse möglich, wenn Mitarbeiter angeheuert werden, die (noch) nicht über die gewünschten beruflichen Erfahrungen verfügen.

Weblinks: 02 Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen