Gründerzeit

Immer am Puls der Zeit bleiben

Der Fachkräftemangel ist laut METRO Gründerstudie nicht die einzige Herausforderung für Gründer im Gastgewerbe: Knapp die Hälfte der Selbstständigen – 49 Prozent – findet es schwierig, sich ständig neu zu erfinden, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen. Und in der Tat: Kaum eine Branche ist so schnelllebig wie das Gastgewerbe. Ob Erlebnisgastronomie, Street-Food-Festivals oder vegane Restaurants – ein Trend jagt den nächsten. Viele Newcomer sind experimentierfreudig: Ein Berliner Start-up mischt Kaffee und Limonade und vermarktet das neue Getränk unter dem Namen Kaffeenade. Die Gründer von Teatales haben dagegen die Vision, das Starbucks für Tee zu werden. Und die Hamburger Firma The Big Balmy verkauft Gourmetburger im Food-Truck – und setzt damit auf einen Trend, der aus den USA kommt: mobile Imbisse der neuen Art, die hochwertige Gerichte aus erstklassigen Zutaten anbieten.

Knapp die Hälfte der Selbstständigen findet es schwierig, sich ständig neu zu erfinden, um die Anforderungen der Kunden zu erfüllen.

„Wenn das Feuerwerk der Neuöffnung vorbei ist, muss jeder Gründer am Ball bleiben, um für die Gäste auf Dauer interessant zu bleiben“, sagt Manfred Troike. Dabei kommt es darauf an, echte Trends von Eintagsfliegen zu unterscheiden. Ein aktuelles Beispiel: Hausgemachte und regionale Produkte dürften langfristig auf eine große Nachfrage stoßen. Doch selbst bei solchen Dauerbrennern gilt: „Trends bilden nur die Grundlage. Jeder Gastronom muss etwas Besonderes hinzufügen, ein spezielles Funkeln, das ihn aus der Menge hervorhebt“, betont Troike.

Eine wichtige Erfolgszutat, um stets am Puls der Zeit zu bleiben, heißt Netzwerken. Ein Plausch mit Kollegen eignet sich ebenso wie der Besuch von Fachmessen wie der Berlin Food Week, der Intergastra in Stuttgart oder der Internorga in Hamburg. Auch die METRO GROUP fördert den Austausch: Bei dem „Innovation in Retail Meetup“ am Standort des Unternehmens in Düsseldorf stellen Gründer ihre Ideen und Geschäftsmodelle vor, um sie dann mit anderen Gründern, Start-up-Experten und METRO-Vertretern zu diskutieren. Das zweimonatlich stattfindende Treffen hat sich schon kurz nach dem Start Ende 2014 zu einem beliebten Branchennetzwerk entwickelt.

Darüber hinaus ist jeder Selbstständige gefordert, sich regelmäßig zu hinterfragen. Die Möglichkeiten, das Geschäft weiterzuentwickeln, sind vielfältig: Benötigt die Speisekarte ein Update? Lässt sich die Wohlfühlatmosphäre für den Gast optimieren? Können Werbung und Marketing verbessert werden? Letzteres betrifft beispielsweise das Internet: Ein Restaurant ohne eine eigene Website? Fast unmöglich! Doch der Nachholbedarf ist groß: 35 Prozent der Betriebe im Hotel- und Gastgewerbe sind bisher nicht online aktiv, gut drei Viertel nutzen keine Onlinebuchungsplattform.

Weblinks: 03 Trends verfolgen und Kundenwünsche erfüllen