Gründerzeit

Finanzielle Hürden meistern

45 Prozent der Befragten finden die finanzielle Unsicherheit belastend.

Mit einer weiteren Herausforderung muss das Gastgewerbe umgehen: 45 Prozent der Befragten finden die finanzielle Unsicherheit belastend, so die METRO Gründerstudie. „Es ist sehr schwierig für Gastronomen, einen Kredit zu bekommen, weil bei Banken das Gastgewerbe als risikoreich gilt“, sagt Manfred Troike. Die gute Nachricht: Grundsätzlich bestehen vielfältige Fördermöglichkeiten für Gründer und Selbstständige in Deutschland – öffentliche Mittel bieten etwa Bund, Länder und EU. Potenzielle Geldquellen existieren für alle Phasen einer Existenzgründung – ganz gleich, ob ein angehender Wirt Startkapital benötigt, eine Cafébetreiberin in eine neue Kühltheke investieren will oder ein Barbesitzer in eine Umsatzkrise gerät. „Die Förderlandschaft ist leider sehr unübersichtlich und die Programme ändern sich ständig“, so Manfred Troike. Bei der Suche und Auswahl der passenden Geldtöpfe ist fachkundige Beratung gefragt. Zur ersten Orientierung eignet sich zum Beispiel die Onlineförderdatenbank des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie.

Viele Gründer benötigen am Anfang deutlich mehr Kapital als zunächst kalkuliert, auch weil Puffer nötig sind, um Anlaufschwierigkeiten auszugleichen“, so Manfred Troike. Aber es gibt ebenso Firmen – etwa der mobile Eisverkäufer oder das kleine Eckcafé – die nur relativ wgeringe Summen investieren. Für diese Betriebe können Mikrokredite die richtige Wahl sein. So hat beispielsweise die Bundesregierung den „Mikrokreditfonds Deutschland“ ins Leben gerufen, um speziell für kleine Unternehmen den Zugang zu Kapital zu verbessern.

„Die Förderlandschaft ist leider sehr unübersichtlich und die Programme ändern sich ständig.“ Bei der Suche und Auswahl der passenden Geldtöpfe ist fachkundige Beratung gefragt.

Auch eine andere Finanzierungsform gewinnt an Bedeutung: Beim Crowdfunding stellen die Gründer ihr Projekt auf speziellen Onlineportalen vor und werben so um finanzielle Unterstützung. Die Projekte werden dann im Idealfall von der „Crowd“, also von einer Menge von Menschen, mit Geld gefördert. In den USA ist diese Geldquelle im Gastgewerbe längst populär, aber auch in Deutschland finden sich Erfolgsbeispiele: von der Frozen-Yogurt-Kette Wonderpots bis zum Berliner Knödelrestaurant Häppies. Selbst vor Dorfkneipen macht der Trend nicht halt: Im Ammergauer Ort Altenau sammelte eine Projektgruppe Geld über das Internet, um eine stillgelegte alte Dorfwirtschaft zu restaurieren und wiederzueröffnen.

Darüber hinaus gibt es Fördermittel für kostenpflichtige Gründercoachings: Unter bestimmten Voraussetzungen erhalten kleine und mittlere Betriebe beispielsweise Zuschüsse vom Bund – dies gilt sowohl für Gastronomen, die gerade erst starten, als auch für diejenigen, die bereits längere Zeit am Markt sind.

Weblinks: 04 Finanzierungslösungen finden