Handelsmarketing

Ausgefallene Werbeaktionen des Handels

Media Markt: Verrücktes Torwandschießen und Schlussverkauf

Deutschland im Fußballfieber: Ab dem 30. Mai 2013 luden alle 255 Media Märkte in Deutschland ihre Kunden zum „verrückten Torwandschießen“ ein. Die Aktion, die bis zum 11. Juni 2013 lief, funktionierte nach dem Prinzip: Wer trifft, bekommt den gesamten Betrag seines vorher getätigten Einkaufs zurückerstattet. Jeder Kunde hatte nur einen einzigen Versuch frei: ein Schuss – ein Treffer – Einkauf umsonst. Media Markt begleitete die Aktion über unterschiedliche Marketingkanäle, darunter auch eine offizielle Facebook-Seite. Dort gab es unter anderem eine Zusammenfassung der besten Tore.

Bereits wenige Wochen später startete die Vertriebsmarke eine weitere innovative Werbeaktion: Ende September läutete Media Markt den größten Schlussverkauf des Jahres ein. Sechs Tage lang bot der Elektrofachhändler seinen Kunden umfangreiche Räumungsverkäufe, denn am 2. Oktober waren alle Märkte bundesweit sowie der Online-Shop geschlossen. Anlass war die Umstellung auf das neue Herbstsortiment und die größte Eröffnung des Jahres, die Media Markt am 4. Oktober in allen Märkten mit weiteren Sonderaktionen feierte.

Media Markt & Conrad Electronic

Conrad Electronic: „Sie haben den Spaß, wir haben die Technik“

Der Fachhändler Conrad Electronic zeigte im Jahr 2010 unter dem Motto „Sie haben den Spaß, wir haben die Technik“ die selbst gebauten Werke von Hobbytüftlern – beispielsweise eine „Ballwurfmaschine“ für einen Dackel. Das Unternehmen lancierte die Beiträge zunächst im Internet als Viral-Videos. Dabei handelt es sich um kurze Filme, die meist ohne Angabe eines Absenders verbreitet werden.

Erst in einer zweiten Phase folgt die Information, was es mit dem Clip auf sich hat, warum er veröffentlicht wurde und wer der Absender ist. Virale Videos bieten somit die Möglichkeit, Botschaften zu transportieren, ohne dass sie direkt als Werbung wahrgenommen werden. Da die Beiträge in der Regel humorvoll und unterhaltsam sind, verbreiten sie sich schnell in sozialen Netzwerken. Der Clip mit der Ballwurfmaschine wurde so oft angeklickt, dass Conrad Electronic den Film auch als TV-Spot einsetzte.

Die Kampagne gewann den Merkur Award 2011 als eine der kreativsten Handelswerbungen des Jahres. In der Begründung heißt es: „Die Geschichte punktet nicht nur mit einem besonders hohen Unterhaltungswert, sondern definiert auch elegant das Lebensgefühl der anvisierten Zielgruppe.“

Hornbach: „Keiner spürt es so wie Du.“

Im Zuge der Hornbach-Kampagne „Keiner spürt es so wie Du.“ startete Ende 2012 der TV-Spot „Riss“. In dem Werbeclip spürt ein Mann physisch das Leiden seines Hauses. Sein körperlicher Schmerz verschwindet erst, als er die bröckelnde Fassade des Hauses repariert. Der TV-Spot wurde durch weitere Maßnahmen flankiert, etwa die Inszenierung des Motivs „Riss“: Mithilfe einer übergroßen Installation wurde auf Hausfassaden der Eindruck erweckt, dass tatsächlich lange Risse im Mauerwerk prangten. Die Kampagne „Keiner spürt es so wie Du.“ wurde mehrfach ausgezeichnet, unter anderem im Wettbewerb 2013 des Art Directors Club.

Hornbach, Real & jako-o

Real: Kampagne „Real Deal“

Im Oktober 2012 startete bei Real der „Real Deal“. Eine Aktion dieser Form hatte es im deutschen Lebensmitteleinzelhandel in dieser Dimension bis dahin nicht gegeben. Mit der Kampagne, die mittlerweile bereits fünfmal stattfand, bot Real täglich limitierte Produkte zu Tiefstpreisen an, sowohl aus dem Lebensmittel- als auch aus dem Non-Food-Sortiment. Welche Produkte sich hinter dem „Deal des Tages“ verbargen, wurde jeweils am Vorabend durch TV- oder Radio-Werbung bekannt gegeben. Darüber hinaus erfuhren die Kunden online auf www.real.de und auf Twitter ebenfalls ab 18 Uhr des Vortags, welches Angebot am nächsten Tag auf sie wartete. Die Aktion verzahnt die TV- und Online-Werbung erfolgreich miteinander und unterstützt so optimal den Mehrkanalansatz von Real.

Jako-o: „Lasst Kinder einfach Kinder sein.“

Mit aufmerksamkeitsstarken TV-Spots rückte der Kindermode- und Spielzeuganbieter Jako-o seit 2012 den zunehmenden Terminstress und Leistungsdruck bei Kindern in den Mittelpunkt. In den Spots sind jeweils Kinder zu sehen, die aufgrund von vielseitigen Verpflichtungen wie etwa Klavier-, Ballett- oder Yogakursen keine Zeit für ihre Freunde mehr haben und ihre Freizeit nicht mehr genießen können. Damit nimmt das Unternehmen ein viel diskutiertes gesellschaftliches Thema auf und verknüpft es mit einer simplen Botschaft: „Lasst Kinder einfach Kinder sein.“ In einer zweiten Sequenz zeigen die Spots Jungen und Mädchen beim Spielen und Toben – natürlich in Bekleidung von Jako-o.

Sehen Sie hier den TV-Spot.

Quelle: METRO GROUP