Kooperation für Begehrlichkeiten

Kooperation für Begehrlichkeiten

Weitere Bestandteile des gemeinsamen Planungsprozesses sind die Verteilung der Waren und die Vermarktung der Kategorien. Unterstützung erhalten Category Manager wie Reiner Schmitz hier ebenfalls nicht nur von ihrem Team, sondern auch von Herstellerseite. Mit gezielten Einzelmaßnahmen wie Zugabe-Aktionen steigern wir die Markenattraktivität und schaffen Begehrlichkeiten bei den Kunden. Nicht zuletzt müssen wir Spannen bieten, die sich für den Handel rentieren“, so Erdinger-Vertriebschef Josef Westermeier. „Auf diese Weise helfen Hersteller dem Händler, Kunden in den Laden zu holen, den Abverkauf zu fördern und die Flächenrentabilität zu sichern.“

Stellschraube Logistik

Bei der Produktbewertung und –beurteilung durch die Kunden spielt außer dem Preis auch die Qualität eine wichtige Rolle. Hier trägt der Handel ebenfalls hohe Verantwortung, denn die Lagerung und der Verkauf von Lebensmitteln sind ein sensibles Feld. Damit beispielsweise das Bier in der erwarteten Qualität im Markt und damit bei den Kunden ankommt, darf es bei Transport und Lagerung keinen größeren Temperaturschwankungen ausgesetzt sein. „Gegen Lichteinfall schützt das Flaschenglas, für die kühle Lagerung sorgt das Marktmanagement“, erklärt Reiner Schmitz. Auch lange Lagerzeiten schaden dem Produkt: „Je frischer das Bier, desto besser schmeckt es und umso besser verkauft es sich auch“, so Schmitz weiter. Hier zahlt sich das gute Bestandsmanagement des Handels aus, also die optimale Abstimmung von Lagerbestand, Lagerplatz und Lagerzeit.

Eine nicht zu unterschätzende logistische Herausforderung im Getränkesegment stellt das deutsche Pfandsystem dar. Die Einführung des Einwegpfands 2003 hat zwar dazu geführt, dass sich Mehrwegquoten stabilisiert haben und die umweltbelastende Getränkedose eine deutlich geringere Rolle spielt. Für den Handel war der Aufbau eines flächendeckenden Rücknahmesystems allerdings mit hohen Aufwendungen verbunden. Der Hauptverband des Deutschen Einzelhandels (HDE) schätzt, dass die Unternehmen mittlerweile mehr als eine Milliarde Euro investiert haben. Die Händler sind dabei nicht nur dafür zuständig, die Einweg- und Mehrweggetränkeverpackungen ihrer Kunden wieder zurückzunehmen und entsprechend Pfand zurückzuzahlen. Darüber hinaus koordinieren sie den Rücktransport der leeren Behältnisse zu den Herstellern beziehungsweise den Recyclingbetrieben. Dennoch lohnt sich der Aufwand, das System möglichst einfach zu gestalten. Denn hohe Rücklaufquoten bringen Folgegeschäft. Die meisten Kunden investieren das Pfandgeld wieder in neue Einkäufe. Auch dieses Beispiel zeigt: „Bei aller Komplexität der Prozesse bleibt es doch bei einer ein fachen Wahrheit“, sagt Angela Pilkmann. „Nur wenn wir die Bedürfnisse und Erwartungen unserer Kunden in den Mittelpunkt unseres Handelns stellen, werden wir erfolgreich sein.“

Quelle: METRO GROUP