Eine kurze Geschichte des Handels

Ein Handelsbund mit politischer Macht

Mitte des 12. Jahrhunderts schlossen sich erst Kaufleute, dann ganze Städte zur Sicherung ihrer Handelsrouten zur Hanse zusammen. Zur Hochzeit des Handelsbundes gehörten über 60 Städte zwischen Reval und Brügge dazu. Ihre Macht erlaubte es der Hanse, ihre Interessen in zwei Kriegen gegen Dänemark zu verteidigen.

Eine kurze Geschichte des Handels

Der Handel floss zwischen Nord- und Ostsee, aber auch von London über den Rhein bis nach Italien. Salz aus Lüneburg konservierte den Fisch der Meere. Getreide aus Osteuropa wurde gegen Tuch aus Flandern getauscht. Die nun nicht mehr selbst reisenden, sondern vor allem verwaltenden Kaufleute flexibilisierten ihr Handelsvolumen durch den Gebrauch von Wechseln und Schuldscheinen. Die Wirtschaftshistoriker schreiben der Hanse als international agierender Handelsvereinigung ein deutliches Globalisierungsmoment zu.

Auf zu neuen Kontinenten

Ohne vergleichbare Bündnisse, aber noch weiter vernetzt agierten die oberitalienischen Handelsmetropolen. Sie profitierten von ihrer jahrhundertelangen Erfahrung mit islamischen Händlern. Die Florentiner Handelsgesellschaft Peruzzi etwa hatte Kontore und Agenten von London bis Zypern, von Barcelona bis Konstantinopel und von Paris bis Tunis. Vor allem Venedig verdankte seinen Reichtum dem Orienthandel, der schon vor den legendären Reisen Marco Polos florierte. Genua agierte dagegen stärker im westlichen Mittelmeerraum und mit europäischen Atlantikhäfen. Seit dem 14. Jahrhundert segelten genuesische Seefahrer unter portugiesischer Flagge. Sie konzentrierten ihre Suche nach dem Seeweg nach Indien auf die Westküste Afrikas. Eine von ungünstigen Winden abgetriebene Expedition unter Pedro Álvares Cabral landete 1500 in Brasilien.