Was ist eigentlich mit … Otto Normalverbraucher?

Die Konsumlaune steigt

Was ist eigentlich mit … Otto Normalverbraucher?

Noch sah der Handel seine Kunden – „Otto Normalverbraucher“ – nicht als Individuen mit unterschiedlichen Bedürfnissen an. Doch in den folgenden Jahrzehnten änderte sich der Markt von Grund auf. Zwischen 1960 und 1990 stieg das durchschnittliche Realeinkommen der Deutschen etwa um das Dreieinhalbfache an – damit stand den Bundesbürgern mehr Geld zur Verfügung. Zugleich vergrößerte sich die Zahl unterschiedlicher Lebensentwürfe, sodass sich rasch verschiedene Konsumtypen heraus-kristallisierten. Einen Höhepunkt erreichte die Konsumlaune in den 1980er-Jahren: Große Einkaufszentren nach US-amerikanischem Vorbild etablierten sich. Sie waren so gestaltet, dass der Einkauf nicht mehr als mühsame Pflicht, sondern als Erlebnis empfunden wurde. Die Relevanz von Markenprodukten als Statussymbol nahm zu, etwa bei Mode und Autos. Eine höhere Arbeitslosenzahl sorgte allerdings dafür, dass nicht jeder in gleichem Maß von den neuen Konsumangeboten profitieren konnte: Der Markt segmentierte sich in Luxusdistribution und Massenverteilung.

Neue Vertriebsformate entstehen

Der Handel passt sich der gesellschaftlichen Entwicklung an. So bietet er unter anderem verstärkt Eigenmarken an, deren Produkte auf die Bedürfnisse von Discount-Kunden zielen. Der kontinuierliche Wandel von Gesellschafts- und Konsumtrends verleiht zudem der Entwicklung und Ausdifferenzierung neuer Vertriebsformate eine enorme Dynamik. Die Konzepte der Handelsunternehmen stellen dabei vor allem die Aspekte Kunden- und Serviceorientierung in den Mittelpunkt. Moderne Supermärkte und großflächige SB-Warenhäuser (vgl. Glossarbeiträge im Handelslexikon „Supermarkt“ und „Selbstbedienungswarenhaus“) bieten Verbrauchern ein umfassendes Sortiment an Lebensmitteln, Frischeprodukten sowie Nichtlebensmittel-Artikeln. Bis zu 80.000 Artikel stehen zur Auswahl – neben Markenartikeln finden sich stets auch Eigenmarken in unterschiedlichen Preissegmenten. So erhält der Verbraucher sämtliche Produkte für den täglichen Lebensbedarf und vieles mehr aus einer Hand.