Die ganze Welt auf dem Teller

Die ganze Welt auf dem Teller

„Sushi in München, Nasi Goreng in London, Pizza in Shanghai: Seit jeher haben sich die Küchen der Welt gegenseitig beeinflusst. Doch erst mit Beginn der Globalisierung kam die Vermischung der Esskulturen richtig in Schwung. Ein kulinarischer Rück- und Ausblick am Beispiel Deutschlands.

Kohl, Rüben und Bohnen – das waren die Lebensmittel, mit denen sich unsere Vorfahren im Mittelalter hauptsächlich die Töpfe und ihre hungrigen Bäuche füllten. Sattwerden hatte höchste Priorität – das ließ wenig Raum für kulinarische Raffinesse. „Die Einflüsse des Klimas und der Geografie auf die Lebensqualität mitteleuropäischer Regionen ist nicht zu leugnen“, schreibt der bekannte Gourmetkritiker Wolfram Siebeck in seinem Buch „Die Deutschen und ihre Küche“. Und weiter: „Wo es kalt ist, braucht der Mensch etwas Wärmendes, und dazu gehören nun mal Kohl- und Getreidesuppen.“ Hohe Kochkunst und feine Gewürze aus Fernost konnten sich nur Wohlhabende leisten.